CMD Zahnarzt

Ursachen

Ursachen der Entstehung einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD)

Die Ursachen für eine craniomandibuläre Dysfunktion können sehr vielfältig und sowohl angeboren als auch nachträglich erworben sein. Wie auf den unten stehenden Abbildungen ersichtlich sind sehr oft kleinste Veränderungen im Kiefergelenk und Zahnbereich, die eine Kaskade von Schmerzsymptomen im Sinne der craniomandibulären Dysfunktion auslösen können.

Craniomandibulären Dysfunktion

Angeborene Ursachen, z.B. durch:

  • Geburtstrauma
  • Fehlbisse
  • Zahnschiefstände
  • angeborene Besonderheiten (Anomalien) des Kiefers, der Kiefergelenke & des Gesichts
  • skelettale Besonderheiten (Anomalien) wie z.B. Beinlängendifferenzen & Skoliosen

Erworbene Ursachen, z.B. durch:

  • Arthrosen der Gelenke
  • eine Vorschädigung der Wirbelsäule
  • ein unfallbedingtes Schleudertrauma
  • fehlerhaften Zahnersatz, falsche Schienen
  • durch Knirschen bedingte Abnutzung der Zähne
  • kieferorthopädische Behandlungen
  • falsche Beinlängenkorrektur (Orthopädie)

Ein verlagerter Unterkiefer kann die ganze Körperstatik aus dem Lot bringen, umgekehrt kann eine funktionelle Störung in anderen Körperregionen zu Störungen und Schmerzen im Bereich des Kopfes, der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke führen. Chronische Kopfschmerzen, migräneartige Anfälle, Ohrgeräusche, Schwindelgefühle, Schluckbeschwerden sind dann die häufigsten Symptome.

Zu den wichtigsten und gefährlichsten Auslösern einer CMD gehören sogenannte „Parafunktionen“ (Bruxismus), d.h. kraftvolle Zahnkontakte über mehrere Stunden pro Tag oder Nacht, die nicht zur Nahrungszerkleinerung dienen.

Man unterscheidet zwischen „Zähnepressen“ und „Zähneknirschen“

Beim Zähnepressen werden die Zahnreihen für mehrere Stunden krampfartig aufeinander gepresst. Beim Zähneknirschen werden die Zähne kraftvoll für längere Zeit aufeinander gerieben. Da dies unbewusst geschieht, wird es von dem Betroffenen oft  nicht bemerkt. Bei diesem Ausmaß der Kräfte, die auf die Zähne wirken, muss man sich vorstellen, dass ein Gewicht von 500 kg und mehr  für mehrere Stunden die Zähne belastet. Selbst, wenn man “die Zähne nach dem Pressen oder Knirschen wieder los lässt”, bleibt die Muskulatur noch lange weiterhin verkrampft. Die  Zähne werden empfindlich, die Muskulatur verspannt sich, Kopf- und Nackenschmerzen  (besonders morgens) entstehen. Zusätzlicher Stress oder psychische Belastungen verstärken die Symptomatik wesentlich. Es kommt zu einem Kreislauf, der schwer zu unterbrechen ist.   Gleichzeitig wird durch übermässige Überlastung der Führungsmuskulatur des Kiefergelenkes (z. B. M. pterygoideus lateralis superior) die Gelenkscheibe im Kiefergelenk vom Gelenkkopf abgezogen und es kommt – vergleichsweise wie bei einem Bandscheibenvorfall – zu einer ausgeprägten Fehlfunktion im Kiefergelenk, es kann nicht mehr richtig arbeiten. Leider werden diese sog. “Diskusverlagerungen (DV)” zunächst lediglich als harmloses “Knacken” regsitriert, es ist allerdings oftmals ein erstes Anzeichen späterer schmerzhafter Arthrose, die nach wenigen Jahren bis zur Kauunfähigkeit führen kann.

Die Ursache für Zähneknirschen oder Pressen liegt  in  50% der Fälle in Störungen der Zahnreihen,  bei 12% in den Kiefergelenken und 38% sind psychischer Natur.

Wer kann von einer CMD betroffen sein?

Im Prinzip können  Kinder wie auch Erwachsene in  jedem Alter von einer CMD betroffen sein. Am häufigsten sind Frauen jüngeren bis mittleren Alters betroffen (achtmal mehr als Männer).  Die Wissenschaft ist sich noch im Unklaren, warum dass so ist. Endokrine und hormonelle Aspekte werden diskutiert, möglicherweise auch Stress und Mehrfachbelastung der Frau in Familie und Beruf. Auch Personen im Prüfungsstress,  Managerstress, oder Personen in Lebenskrisen können bevorzugt eine CMD entwickeln, besonders durch Parafunktionen oder erhöhte Muskelaktivität durch psychische Belastung. Oft ist auch eine zahnärztliche Behandlung der Auslöser, z.B. können zu hohe oder zu niedrige Kronen, Brücken, Prothesen oder sogar Füllungen der Auslöser für eine CMD sein.

Wenn eine neue Füllung zu hoch ist, registrieren sogenannte „Mechanorezeptoren der Schleimhaut“ (feine Tastfühler) die kleinste Abweichung und senden Informationen via Nervenbahnen ins zentrale Nervensystem. Dies führt zu einem veränderten Bewegungsmuster des Unterkiefers, um das Hindernis zu umgehen, was eine schmerzhafte Kaumuskulatur oder ein schmerzendes Kiefergelenk zur Folge hat. Falls die Umgehung des Hindernisses nicht gelingt, wird das Kiefergelenk  unbewusst durch verstärkte Muskelaktivität abradiert und es entsteht eine Arthrose.